»Ich bin eine Geschichtenerzählerin über Schönheit im Alltäglichen, Großem im Kleinen und Bleibendem im Flüchtigen.«
Helga Ntephes künstlerische Karriere begann im Berlin der 80er Jahre an der Hochschule der Künste bei Louise Koehnke-Duewell (Radierung), später als Meisterschülerin von Horst Hirsig etwa zeitgleich mit den Neuen Wilden. Unbeeindruckt von einer Zeit, die trotz lautstark propagierter Brüche mit Konventionen keinen Zweifel an alten Rollenklischees aufkommen ließ, entwickelte sie ihren Stil, der sich keiner »Schule« zurechnete. In über 40 Jahren entstand geprägt durch eine Biografie voller Brüche und Neuerfindungen ein Werk aus Malerei, Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken und digital art.
Früh mit der Abstraktion beginnend, wurde ihr Werk in den 90er Jahren tief gehend von nigerianischen Mythen geprägt. Ein biografischer Bruch führte Anfang der 2000er Jahre zum Verlassen des Analogen hin zum Digitalen der Fotografie. In Folge der Berliner Gentrifizierung zog es Helga Ntephe 2016 in die Künstlerkolonie Schwalenberg (NRW). Hier kann sie ihrer lebenslangen Suche nach dem Wesen der Dinge eine neue Richtung geben; die Auseinandersetzung mit den Facetten des Ländlichen ist für die Berliner Künstlerin neu.
Kuratorische Konzeptentwicklungen zu »Heimat Verortungen« für den Kunstverein Schieder-Schwalenberg führten sie letztlich 2026 zurück zu Zeichnung und Malerei ergänzt durch iPad-Zeichnungen (angeregt durch David Hockney). So behält auch das Digitale einen wichtigen Platz in diesem sich immer wieder neu erfindenden Werk.

Stadt, Land – Kuh II, 2026 ⏐iPad-Zeichnung ⏐ Archival-Pigmentprint, 25,5 x 18 cm

Katalog und Werkverzeichnis zu
Helga Ntephes Retrospektive
im Robert Koepke Haus / Kunstverein
Schieder-Schwalenberg, 2022
Foto © Martin Zellerhoff
